Viele Gartenbesitzer nehmen an, Pflanzenabfälle seien „nur Natur“, sie würden„doch sowieso verrotten“ und meinen deshalb, Gartenabfälle könnten im Wald entsorgt werden.
Der Wald ist eine genau aufeinander abgestimmte Lebensgemeinschaft. Durch die Verrottung vonGartenabfällen wird die Nährstoffzusammensetzung empfindlich gestört.Wo Grünabfälle entsorgtwerden, sieht man nach kurzer Zeit oft nur noch Brennnesseln. Dieser starke Bewuchs ist ein Hinweisauf eine massive Nährstoffanreicherung im Boden. Durch Gartenabfälle gelangt Nitrat in denWaldboden.Das Salz findet sich letztendlich in unserem Grundwasser wieder.Es schadet derWasserqualität und damit unserer Gesundheit.
Insbesondere bei der Ablagerung von Rasenschnitt sind die Mikroorganismen und Kleinstlebewesennicht mehr in der Lage, die zusätzliche Biomasse in Humus umzusetzen. Schimmel-, Gärungs- undFäulnisprozesse führen zum Absterben der Organismen.
Wermeint, sein Obstbaumschnitt sei auch nur ein Haufen Zweige, wie sie ohnehin im Wald liegen –auch der irrt.Durch den Gehölzschnitt können Pilzkrankheiten von Gartensträuchern oderObstbäumen auf Waldbäume übertragenwerden. Gartenabfälle könnenWurzeln, Zwiebeln, Knollenoder Samenvon nichteinheimischen, konkurrenzstarken Pflanzenenthalten, die sich ausbreiten undunsere heimischen Pflanzen verdrängen. Zum Beispiel: Kanadische Goldrute, Riesen-Bärenklau,Indisches Springkraut und Japanischer Staudenknöterich.
Der Wald wird von vielenMenschen als Ort der Erholung und für viele Freizeitaktivitäten genutzt.Durch Abfallhaufen wird das Naturerlebnis geschmälert und die Landschaftsästhetik gestört.
Jeder, der seine Gartenabfälle im Wald oder in der freien Landschaft entsorgt, verstößt gleich gegenmehrere Gesetze (Abfallrecht, Wasserrecht, Naturschutzrecht, Forstrecht). Er begeht eineOrdnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld geahndet werden kann.Die Entsorgung vonGartenabfällen ist illegal und kein „Kavaliersdelikt“. Das Waldgesetz des Landes Brandenburg siehtfür diese Ordnungswidrigkeit oder deren Versuch eine Geldbuße bis20.000 € vor.
Schützen wir also unseren Wald- für Gartenabfälle gibt es ausreichend alternative, umweltfreundliche Entsorgungsmöglichkeiten!